Der
erste Höhenrekord wurde von der FAI (Federation Aéronautique International)
am 24. November 1936 protokolliert. Maurice Claisse von Frankreich
erreichte mit seinem Bréguet Koaxialhubschrauber "Gyroplane" eine
Flughöhe von 158 m. Darauf folgten am 25. Juni 1937 die Deutschen
Ewald Rohlfs mit der Focke Fw-61 2'339 m hoch, Karl Bode erreichte
am 29. Januar 1939 3'427 m und im Oktober 1940 eine nur in den Auswertungen
der Flugprobungsergebnisse protokollierte Gipfelhöhe von 7'782 m.
Gemäss FAI-Unterlagen flog Capt. H. D. Gaddis am 21. Mai 1949
mit einer Sikorsky S-52 den nächsten Höhenweltrekord mit 6'468 m.
Jean Boulet aus Frankreich erhöhte diesen am 6. Mai 1955 mit einer
SE 3130 "Alouette II" auf 8'209 m. Capt. James Bowman aus den USA
stieg am 28. Dezember 1957 mit einem Cessna Prototyp YH-41 auf 9'076
m und am 13. Juni 1958 holte der Franzose Jean Boulet mit einer
erreichten Höhe von 10'984 m den Rekord wieder zurück.
Es folgten weitere Rekorde, unter anderem der Rekordflug von Hunt,
Church und Maxwell mit einer Sikorsky CH-54 B "Sky Crane" im Jahre
1972 auf 11'200 m Höhe.
Ebenfalls im Jahre 1972 erneuerte wiederum Jean Boulet den Höhenweltrekord
und stieg mit einer SA 315 "Lama" auf 12'442 m. Dieser Rekord ist
bisher unerreicht.
Streckenrekorde
Die
FAI protokollierte den ersten reinen Hubschrauber-Weltrekord am
18. April 1924 in Frankreich. Raoul Pescara flog über die 736-m-Flugstrecke
und wird am 13. Oktober 1930 von Major Nello Marinelli, der in Italien
mit einem von Corradino d'Ascanio konstruierten Koaxialhubschrauber
1078 m weit flog, überboten.
Hanna Reitsch stellte alles dagewesene in den Schatten und flog
am 25. Oktober 1937 mit der Focke Fw-61 zehnmal so weit (108,9
km). Karl Bode überbot diese Leistung am 20. Juni 1938 mit dem
selben Helikopter mit 230,3 km.
Mit über 1132 km flogen, nach einer Unterbrechung durch den Krieg,
Major F. T. Casman und Major W. E. Zins am 22. Mai 1946 mit einer
Sikorsky R-5 A einen neuen Rekord. Sie wurden 6 Jahre später,
am 17. September 1952, von E. J. Smith mit einer Bell 47 D über
1958,2 km übertroffen. Es folgten Commander J. R. Willford mit
einer Sikorsky SH-3 A am 6./7. März 1965 auf 3388 km und R. G.
Ferry, der am 7. April 1966 mit einer Hughes OH-6 A einen Langstrecken-Weltrekord
von 3561 km verzeichnen durfte.
Geschwindigkeitsrekorde
Harald
E. Thompson überschritt am 27. April 1949 als Erster die 200 km/h
Marke. Er erreichte mit einer Sikorsky S-52 208,5 km/h.
Auf dem Gebiet der Geschwindigkeitsrekorde gibt es verschiedene
Differenzierungen im World Cup wie etwa die Gewichtsklassen. Hier
werden nur die Spitzenleistungen erfasst, wie der Rekordflug von
O. B. I. Wester, der mit einer Sikorsky XH-39 am 26. August 1954
251,7 km/h flog, gefolgt von Major R. L. Anderson und Robert S.
Decker, die am 11. November 1956 mit einer Sikorsky HR-2 S 261,9
km/h erreichten und N. Leshin und B. Zamskow mit 269 km/h auf
einer Mil Mi-6 im Jahre 1961.
Mit einer SA 3210 Super Frelon erreichten Jean Boulet und Roland
Coiffignon am 23. Juli 1963 350,5 km/h und Kurt Cannon flog am 19.
Dezember 1970 mit der Sikorsky S-67 "Blackhawk" 355,5, km/h. Am
21. September 1978 setzten Gorguen, Kara und Petyan mit einer Mil
Mi-24 einen neuen Geschwindigkeitsrekord bei 368,4 km/h.
Es handelt sich hierbei um reine Hubschrauber-Geschwindigkeits-Weltrekorde,
welche von der FAI anerkannt sind.
Quelle: Technik und
Geschichte der Hubschrauber, Bernard & Graefe Verlag